Ich kenne das von innen.

Zwanzig Jahre in der HR. Fünf davon in Führungsverantwortung. Und mittendrin: eine Umstrukturierung. Stellenabbau, neue Strukturen, veränderte Rollen. Und ich als diejenige, die das begleiten, kommunizieren und gleichzeitig selbst durchstehen sollte.

Was mir in dieser Zeit angeboten wurde? Resilienzseminare. Workshops über Change-Management. Strategiefolien über Veränderungskurven.

Was ich wirklich gebraucht hätte? Etwas ganz anderes.

Die besondere Position von HR in der Umstrukturierung

HR-Führungskräfte sitzen in Umstrukturierungen in einer einzigartigen – und oft unmöglichen – Position.

Sie wissen früher als andere, was kommt. Sie müssen Entscheidungen vertreten, die sie vielleicht nicht vollständig mitgetragen haben. Sie begleiten Kolleginnen und Kollegen durch Verlust und Unsicherheit – und haben selbst kaum Raum für die eigene Verarbeitung. Sie gelten als die Profis für Veränderung. Also müssen sie doch damit umgehen können, oder?

Diese Erwartung – an sich selbst und von anderen – ist eine der tückischsten Fallen in dieser Rolle.

Was wirklich passiert – unter der Oberfläche

Umstrukturierungen erzeugen Verlust. Verlust von Sicherheit, von Zugehörigkeit, von Orientierung. Das gilt für alle Beteiligten – auch für diejenigen, die den Prozess begleiten.

Aber während die Mitarbeitenden Zeit und Raum bekommen (Sozialpläne, Gespräche, Trauerprozesse), bleibt für HR-Führungskräfte oft kaum Platz, das selbst zu verarbeiten. Man funktioniert. Man ist stark. Man macht weiter.

Bis man es irgendwann nicht mehr kann.

Ich habe das selbst erlebt. Und ich sehe es immer wieder bei den Frauen, die zu mir kommen: erschöpft, desillusioniert, oft mit dem Gefühl, sich selbst in den letzten Monaten oder Jahren verloren zu haben.

Was nicht hilft – und trotzdem immer wieder angeboten wird

Noch ein Resilienz-Training. Als wäre Erschöpfung ein Kompetenzproblem, das sich mit dem richtigen Seminar lösen lässt.

Der Hinweis, mehr auf Work-Life-Balance zu achten. Von Menschen, die nicht sehen, unter welchem Druck HR-Führungskräfte in solchen Phasen stehen.

Die Aufforderung, positiv zu bleiben. Weil Change Management das angeblich erfordert.

All das greift nicht tief genug. Weil es die eigentliche Frage nicht stellt: Wie geht es dir wirklich? Und was brauchst du – nicht als HR-Führungskraft, sondern als Mensch?

Was wirklich hilft

Raum für die eigene Verarbeitung. HR-Führungskräfte brauchen einen geschützten Ort, wo sie nicht stark sein müssen. Wo sie sagen dürfen, dass es ihnen nicht gut geht. Wo sie ihre eigene Erschütterung zulassen können.

Körperarbeit. Umstrukturierungen hinterlassen Spuren im Nervensystem. Chronischer Stress, unterdrückte Emotionen, anhaltende Anspannung – das sitzt im Körper, nicht nur im Kopf. Atemarbeit, Bewegung, körperbezogene Ansätze können helfen, das zu lösen, was kognitive Verarbeitung allein nicht schafft.

Ehrliche Reflexion. Was davon war ich? Was davon war das System? Was will ich daraus mitnehmen – und was will ich hinter mir lassen?

Neue Orientierung. Wer bin ich nach dieser Phase? Was ist mir wichtig? Wohin will ich jetzt?

Ein Gedanke zum Schluss

Du hast andere durch Veränderung begleitet. Jetzt ist es Zeit, dir selbst diese Begleitung zu gönnen.

Das ist kein Zeichen von Schwäche. Es ist das Klügste, was du für dich – und letztlich auch für die Menschen, für die du Verantwortung trägst – tun kannst.

Wenn du gerade in oder nach einer Umstrukturierung steckst und merkst, dass du Unterstützung brauchst: Ich bin da. Das Erstgespräch ist kostenlos.

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